DAX unter Druck: Jetzt entscheidet die US-Inflation
DAX-Marktbrief: US-Inflation auf der Agenda
Freitag, 11. September 2026
DAX startet nach Abverkauf mit Erholungsversuch
Der DAX geht nach dem deutlichen Kursrutsch am Donnerstag mit einer vorsichtig stabileren Ausgangslage in den Freitag. Der Leitindex verlor am Donnerstag 0,84 % und schloss bei 25.361 Punkten. Auf Wochenbasis liegt der DAX damit rund 2,6 % im Minus.
Der Rückgang kommt vor allem durch die Kombination aus steigenden Ölpreisen, höheren Anleiherenditen und einer zunehmend restriktiven Geldpolitik. Gleichzeitig bleibt der Nahost-Konflikt der wichtigste geopolitische Risikofaktor.
Heute dürfte der DAX zunächst versuchen, sich zu stabilisieren. Der entscheidende Impuls kommt allerdings erst am Nachmittag aus den USA.
US-VPI ist der wichtigste Termin des Tages
Um 14:30 Uhr MESZ werden die US-Verbraucherpreise für August veröffentlicht. Erwartet wird derzeit eine monatliche Inflation von +0,4 % und eine Jahresrate von rund 3,4 %. Für die Kerninflation wird ein Anstieg von 0,2 % im Monatsvergleich und 2,4 % im Jahresvergleich erwartet.
Weil die Zahlen unmittelbar vor der nächsten Fed-Sitzung veröffentlicht werden, sind
die Daten besonders wichtig.
Auch nach dem starken US-Produzentenpreisbericht vom Donnerstag ist der Druck auf die Federal Reserve weiter gestiegen. Da der PPI sich im August um 0,4 % gegenüber dem Vormonat und 5,4 % gegenüber dem Vorjahr erhöhte.
Nun ist die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 15./16. September auf rund 70–71 % gestiegen.
Drei Szenarien für den DAX
VPI deutlich über den Erwartungen:
US-Renditen dürften steigen, die Zinserhöhungserwartungen würden weiter zunehmen. Das wäre negativ für Nasdaq und DAX.
VPI ungefähr im Konsens:
Der Markt könnte die jüngsten Renditeanstiege zunächst verdauen. Der DAX hätte Potenzial für eine technische Erholung.
VPI deutlich niedriger:
Fallende Renditen und ein schwächerer Dollar wären ein klarer Impuls für Wachstumsaktien. Der DAX könnte dann einen größeren Teil seiner Wochenverluste zurückholen.
EZB erhöht Zinsen – Öl bleibt das Problem
Die EZB hat am Donnerstag den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben. Gleichzeitig signalisierte die Notenbank, dass die hohen Energiepreise die Inflation weiterhin belasten.
Die Märkte müssen inzwischen ein Szenario berücksichtigen, in dem sowohl die EZB als auch die Fed die Zinsen weiter anheben könnten.
Brent handelt nun über $105 je Barrel, nachdem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Sorgen um die globale Energieversorgung verstärkt haben.
Das erzeugt einen problematischen Kreislauf:
höheres Öl → höhere Inflation → höhere Zinsen → höhere Renditen → niedrigere Aktienbewertungen.
Anleiherenditen werden zum Belastungsfaktor
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt inzwischen bei rund 4,95 %, nachdem sie zuletzt deutlich gestiegen ist. Damit nähert sie sich erneut der psychologisch wichtigen Marke von 5 %, ein hoch von mehr als 20 Jahren.
Für den Aktienmarkt ist das relevant, weil höhere risikofreie Renditen die relative Attraktivität von Aktien reduzieren.
Besonders betroffen sind hoch bewertete Technologie- und Wachstumsunternehmen.
Für den DAX ist außerdem die deutsche Bund-Rendite wichtig. Auch sie befindet sich auf einem für europäische Aktien zunehmend unangenehmen Niveau.
DAX-Aktien im Fokus
Der gestrige Handel zeigte eine breite Verkaufswelle.
Gewinner
Deutsche Börse war mit +2,19 % der stärkste DAX-Wert. Auch Deutsche Telekom, Münchener Rück, Hannover Rück und Rheinmetall konnten zulegen.
Verlierer
Besonders schwach waren SAP (-2,76 %), Siemens (-2,38 %), Siemens Energy (-2,98 %), Infineon (-2,02 %) und adidas (-2,56 %).
Gerade die Schwäche von SAP und Siemens ist für den Index relevant. Beide Unternehmen gehören zu den wichtigsten DAX-Gewichten.
Bei Rheinmetall bleibt die geopolitische Lage grundsätzlich unterstützend. Gleichzeitig konnte die Aktie dem breiten Abverkauf am Donnerstag relativ gut standhalten.
DAX-Ausblick
Der DAX befindet sich kurzfristig in einer klaren Korrektur. Seit dem Rekordhoch Ende August hat der Index inzwischen rund 4,7 % verloren.
Technisch ist damit das Momentum eindeutig schwächer geworden.
Für heute sind drei Faktoren entscheidend:
1. US-VPI: Der wichtigste kurzfristige Trigger.
2. US-10Y-Rendite: Ein nachhaltiger Anstieg in Richtung oder über 5 % wäre ein weiteres Warnsignal.
3. Ölpreis: Brent über 100 Dollar hält den Inflationsdruck hoch.
Fazit
Der kurzfristige Bias bleibt bearish bis neutral.
Nach dem starken Abverkauf ist eine technische Gegenbewegung jederzeit möglich. Für einen nachhaltigen Rebound braucht der Markt jedoch wahrscheinlich Unterstützung durch einen schwächeren US-VPI und fallende Anleiherenditen.
Ein heißer Inflationsbericht würde dagegen das aktuelle Problem verschärfen: höhere Ölpreise, höhere Inflation, höhere Zinsen und sinkende Aktienbewertungen.
Damit entscheidet heute um 14:30 Uhr nicht die deutsche Unternehmenslandschaft über die DAX-Richtung, sondern die US-Inflation.
Von Philip J Papageorgiou - Leiter der Marktforschung
Finde ihn auf X (x twitter) - PhilipForexCom
CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken vollständig verstehen, indem Sie unsere vollständige Risikowarnung lesen.
FOREX.com ist ein Handelsname von StoneX Europe Limited, und FOREX.com/de-de ist eine Domain, die unter StoneX Europe Ltd firmiert, einem Mitglied der StoneX Group Inc. StoneX Europe Ltd ist eine zypriotische Investmentfirma (CIF), die beim Department of Registrar of Companies and Official Receiver unter der Registrierungsnummer HE409708 registriert ist und von der Cyprus Securities & Exchange Commission (CySEC) unter der Lizenznummer 400/21 zugelassen und reguliert wird. StoneX Europe Ltd ist Mitglied des Investor Compensation Fund (ICF) und hat seinen eingetragenen Sitz in Nikokreontos 2, 5. Stock, 1066 Nikosia, Zypern.
StoneX Europe Ltd ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit der ID 10160255 registriert.
FOREX.com ist eine Marke von StoneX Europe Ltd, einem Mitglied der StoneX Group Inc.
Die statistischen Daten und die erhaltenen Auszeichnungen beziehen sich auf die Marke von FOREX.com weltweit.
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten und Sie besser kennenzulernen. Indem Sie unsere Website besuchen und Ihren Browser so einstellen, dass er Cookies zulässt, stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu, wie in unserer Datenschutzrichtlinie beschrieben.
Durch das Passporting ist StoneX Europe berechtigt, seine Dienstleistungen und Produkte grenzüberschreitend in den folgenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums ("EWR") anzubieten: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden.
Darüber hinaus ist StoneX Europe Ltd. berechtigt, Investitions- und Zusatzdienstleistungen in den folgenden Nicht-EU-Staaten zu erbringen: Schweiz.
Die Produkte, Dienstleistungen und Informationen der StoneX Europe Ltd. richten sich ausschließlich an Einwohner der oben genannten Länder.
Informationen für gebundene Vermittler: KQ Markets Europe Ltd mit der Firmennummer HE427857.
Anschrift: Athalassas 62, Mezzanin, Strovolos, Nikosia, Zypern.
Erbrachte Dienstleistungen: Entgegennahme und Übermittlung von Aufträgen.
Datum des Inkrafttretens: 06/12/2022
Website: KQ Markets - CFD Trading | KQ Markets
Wir können Affiliates oder Drittanbieter für die Vermittlung von Kunden über das CPA-Verfahren (Cost-per-Acquisition-Modell) vergüten, d.h. nach dem Prinzip der Kosten pro Akquisition.
StoneX Europe Ltd kann auf dieser Website Material von Dritten zur Verfügung stellen, das Informationen über die Bedingungen der Finanzmärkte enthalten kann, aber nicht darauf beschränkt ist. Das Material dient nur zu Informationszwecken und enthält keine Anlageberatung und/oder Anlageempfehlung und/oder Investment research und/oder ein Angebot oder eine Aufforderung zum Abschluss von Geschäften mit Finanzinstrumenten und ist auch nicht als solche auszulegen; jede Entscheidung, ein bestimmtes Geschäft abzuschließen, ist vom Kunden nach Beurteilung seiner Situation zu treffen. StoneX Europe Ltd gibt keine Zusicherungen oder Garantien ab und übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen, noch für Verluste, die sich aus einer Investition ergeben, die auf einer Empfehlung, Prognose oder einer anderen zur Verfügung gestellten Information beruht. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie für Spekulationen auf den entsprechenden Märkten geeignet sind und die damit verbundenen Risiken tragen können, sollten Sie stets unabhängigen Rat einholen. Wir sind nicht verpflichtet, dieses Material zu aktualisieren. Jede geäußerte Meinung kann die persönliche Meinung des Autors sein und spiegelt nicht unbedingt die Meinung von StoneX Europe Ltd wider.
© FOREX.COM 2026