EUR/USD steigt aufgrund der Dollar-Schwäche und einer Inflationsrate von 4 % in der Eurozone
EUR/USD steigt in Richtung 1,1250, während der US-Dollar nach den Ergebnissen der US-Zwischenwahlen unter Druck gerät. Diese zeigten, dass die Demokraten die vollständige Kontrolle über den Kongress übernommen haben.
Die vorherrschende Markterwartung ist, dass ein demokratischer Wahlsieg die staatlichen Ausgaben in den verbleibenden zwei Jahren der Amtszeit von Donald Trump begrenzen dürfte.
Gleichzeitig profitiert der Euro nicht nur von der Dollar-Schwäche, sondern auch von den jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone. Die Inflation stieg im Oktober auf ein Dreijahreshoch von 4 %, da die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise zunehmend auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen.
Die jährliche Verbraucherpreisinflation stieg auf 4,0 % nach 3,8 % im September und entsprach den Erwartungen. Die Energieinflation erhöhte sich auf 20,8 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2023. Im September hatte sie noch bei 18,9 % gelegen.
Der Oktober markiert bereits den achten Monat in Folge, in dem die Inflation oberhalb des EZB-Ziels von 2 % liegt.
Die Kerninflation, bei der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, blieb unverändert bei 2,5 %. Auch die Dienstleistungsinflation bleibt ein wichtiger Indikator für die Europäische Zentralbank.
Die EZB beließ die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert, warnte jedoch davor, dass die Inflationsrisiken weiterhin nach oben gerichtet seien. Die Notenbank signalisiert weiterhin die Bereitschaft, die Zinsen im Dezember um 25 Basispunkte anzuheben.
Zusätzliche Unterstützung erhält der Euro durch zunehmend restriktive Äußerungen verschiedener EZB-Vertreter.
Im weiteren Verlauf des Tages richtet sich die Aufmerksamkeit auf den ISM-Dienstleistungsindex in den USA. Anschließend folgt am Freitag der wichtige US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls).
EUR/USD-Prognose – Technische Analyse

EUR/USD hat sich vom Jahrestief 2026 knapp oberhalb von 1,1120 erholt und ist über 1,1250 auf ein Drei-Wochen-Hoch gestiegen.
Der Kurs notiert inzwischen oberhalb des 20-EMA, bleibt aber weiterhin unter dem 50-EMA und dem 200-EMA. Dadurch hat sich das kurzfristige Bild verbessert, während der übergeordnete Trend weiterhin bärisch bleibt.
Die Bullen müssen die Widerstandszone zwischen 1,1300 und 1,1350 überwinden, um das Chartbild weiter zu stabilisieren. Ein Anstieg über den 200-EMA bei 1,1480 sowie die Widerstandsmarke von 1,1500 würde den Ausblick deutlich konstruktiver machen.
Auf der Unterseite würde ein Rückgang unter den 20-EMA bei 1,1200 die Unterstützung bei 1,1100 wieder in den Fokus rücken.
Gold: US-Zwischenwahlen treiben das Edelmetall zurück über 4.000 US-Dollar
Gold steigt wieder über die Marke von 4.000 US-Dollar, während Silber um mehr als 4,4 % zulegt. Anleger reagieren damit auf die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen.
Die Demokraten haben die Kontrolle über den Kongress übernommen und verfügen über mindestens 332 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 54 Sitze im Senat. Dadurch dürfte Donald Trump deutlich stärker eingeschränkt werden als während der ersten beiden Jahre seiner zweiten Amtszeit, als die Republikaner den Kongress kontrollierten.
Der Wahlsieg der Demokraten verringert die Wahrscheinlichkeit umfangreicher fiskalischer Stimulierungsmaßnahmen. Gleichzeitig belasten Unsicherheiten über die Staatsfinanzierung, mögliche Schuldenobergrenzen sowie regulatorische Risiken für den Technologiesektor die Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar.
Der US-Dollar ist gegenüber den wichtigsten Währungen auf den niedrigsten Stand des Monats gefallen.
Ein schwächerer US-Dollar und fallende Treasury-Renditen gelten als positiv für Gold, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft und in US-Dollar gehandelt wird.
Die von den Wahlen ausgelösten Marktbewegungen könnten jedoch nur kurzfristiger Natur sein. Die Geldpolitik der Federal Reserve bleibt weiterhin der wichtigste Einflussfaktor für den Dollar und damit auch für den Goldpreis. Vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag bleibt Vorsicht angebracht.
Der Markt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 79 % für eine Zinserhöhung im Dezember ein. Sollten die Arbeitsmarktdaten stärker als erwartet ausfallen, könnten diese Erwartungen weiter steigen, den Dollar stärken und Gold erneut belasten.
Gold-Prognose – Technische Analyse

Gold hat sich vom Jahrestief 2026 bei 3.870 US-Dollar erholt und ist wieder über die Marke von 4.000 US-Dollar auf rund 4.040 US-Dollar gestiegen.
Trotz dieser Erholung bleibt der Abwärtstrend intakt, da der Preis weiterhin unter dem 20-, 50- und 200-EMA notiert.
Die Käufer müssen zunächst den Bereich um 4.060 US-Dollar, wo der 20-EMA verläuft, sowie die Widerstandsmarke bei 4.100 US-Dollar zurückerobern. Gelingt dies, rückt die Marke von 4.200 US-Dollar in den Fokus.
Ein weiterer Anstieg über dieses Niveau würde die technische Lage deutlich verbessern und den Weg in Richtung des 200-EMA bei 4.263 US-Dollar freimachen. Anschließend läge der Fokus auf der Marke von 4.500 US-Dollar.
Auf der Unterseite müssen die Verkäufer die Unterstützung bei 3.960 US-Dollar, dem Julitief, sowie anschließend das Jahrestief bei 3.870 US-Dollar durchbrechen. Erst dann würde ein neues tieferes Tief entstehen und den Weg in Richtung 3.800 US-Dollar öffnen.