Der USD/JPY konnte seine Erholung heute Morgen auf rund 155,00 ausweiten, ein wichtiges technisches und psychologisch bedeutsames Niveau. Das Währungspaar erholt sich von einem Siebenmonatstief, da die Renditen von US-Staatsanleihen und die Ölpreise gestiegen sind und sich Anleger auf eine möglicherweise restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch einstellen. Gleichzeitig hat die Möglichkeit einer überraschend restriktiven Geldpolitik der Bank of Japan (BOJ) das Aufwärtspotenzial des USD/JPY im Vergleich zu anderen wichtigen Währungspaaren mit Dollar-Basis vorerst begrenzt. Die Aussichten für den USD/JPY könnten sich jedoch deutlich verbessern, wenn die Ölpreise weiter steigen und die Renditen nicht fallen. Dies gilt natürlich nur, wenn es keine größeren Überraschungen seitens der Fed (z. B. Beibehaltung der Zinsen statt Erhöhung) oder der BOJ (z. B. Erhöhung um 50 statt 25 Basispunkte) gibt.
USD/JPY-Aussichten werden durch steigende Renditen und Ölpreise gestützt
Der jüngste globale Anleihenabverkauf gewinnt zunehmend an Bedeutung für den USD/JPY-Kurs. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen haben erstmals seit 2007 die 5%-Marke überschritten, da steigende Energiepreise, anhaltende Inflationssorgen und eine hohe Staatsverschuldung die Rentenmärkte weiterhin verunsichern. Für den Yen wirkt sich der daraus resultierende Anstieg der Renditedifferenz zwischen den USA und Japan deutlich negativ aus und trägt dazu bei, den USD/JPY-Kurs nach dem jüngsten interventionsbedingten Rückgang wieder zu steigern.
Der Dollar profitiert unterdessen auch von mehreren Faktoren, die in dieselbe Richtung wirken: festere kurzfristige Zinssätze, höhere Ölpreise und ein schwächeres Risikoumfeld.
Es wird nun allgemein erwartet, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Die wichtigere Frage ist jedoch, ob die Entscheidungsträger die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung im Laufe des Jahres bestätigen. Der erneute Ölpreisschock spricht gegen eine baldige Lockerung der Geldpolitik, was den Dollar langfristig stützen könnte – insbesondere, wenn die Inflation oder die Inflationserwartungen weiterhin hoch bleiben.
Die Bank von Japan ist das Hauptrisiko
Die Bank von Japan wird voraussichtlich am Freitag ebenfalls eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vornehmen. Ein Großteil dieser Maßnahme ist jedoch bereits eingepreist, sodass der Yen nun von den begleitenden Prognosen abhängt. Sofern es nicht überraschend zu einer Erhöhung um 50 Basispunkte kommt oder Gouverneur Ueda starkes Vertrauen in einen beschleunigten Straffungszyklus signalisiert, dürfte die Entscheidung der Bank von Japan kaum nachhaltige Unterstützung für die Währung bieten.
Damit ist der Ausblick für USD/JPY einer bekannten Dynamik ausgesetzt: Eine restriktive Fed könnte Investoren dazu ermutigen, ihre Dollar-Yen-Positionen wieder aufzubauen, während eine weniger überzeugende BoJ das Risiko birgt, die Yen-Bullen zu enttäuschen.
Technischer Ausblick für USD/JPY und wichtige Kursniveaus
Die technische Lage des USD/JPY bleibt vor den beiden Zentralbanksitzungen uneinheitlich. Aus makroökonomischer Sicht überwiegen die Risiken für den USD/JPY weiterhin. Wird die technische Analyse diese Einschätzung in dieser Woche bestätigen?

Der USD/JPY hat sich nach einem deutlichen Anstieg von seinen jüngsten Tiefständen vorerst in Richtung 155,00 erholt. Ein klarer Ausbruch über diese wichtige Marke (155,00 bis 153,30) könnte einen weiteren Anstieg in Richtung 156,00–157,00 anstoßen, was angesichts weiterhin hoher Renditen von US-Staatsanleihen immer wahrscheinlicher erscheint.
Ein nachhaltiger Ausbruch über 157,00 könnte dazu führen, dass das Währungspaar bis zum Test des größeren Widerstandsbereichs zwischen 158,00 und 158,60 klettert.
Sollte der USD/JPY jedoch aus irgendeinem Grund nicht über die Marke von 155,00 ausbrechen oder sich nach einem vorübergehenden Ausbruch nach oben nicht über dieser Zone halten können, dann könnte es zu einem erneuten Test des Niveaus von 153,00 und möglicherweise sogar zum Jahrestief von 152,10 kommen.