Der DAX 40 steht am Freitag, den 23. Oktober 2026, erneut unter Verkaufsdruck, nachdem eine weitere technologiegetriebene Schwächephase an der Wall Street die Risikostimmung belastet hat. Der Index notiert aktuell bei rund 25.260 Punkten und verliert damit etwa 0,5 %. Kurzfristig richtet sich der Fokus auf die Zone bei 25.370 Punkten. Ein Bruch nach unten könnte dagegen die Unterstützungen bei 25.175, 25.070 und schließlich der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten ins Spiel bringen.
DAX 40 Technische Analyse: Technologie-Abverkauf und geopolitische Risiken belasten europäische Märkte
Freitag, 23. Oktober 2026
Tageschart: Die Erholung verliert an Dynamik

Der Tageschart zeigt, dass der DAX Schwierigkeiten hat, die jüngste Erholung fortzusetzen.
Nach dem Anstieg von den Oktobertiefs bei 24.795 Punkten konnte der Index zunächst bis in den Bereich von 25.700 Punkten vordringen, bevor erneut Verkaufsdruck einsetzte.
Die anschließende Umkehrbewegung hat den Markt zurück in die Mitte seiner jüngsten Handelsspanne geführt.
Der Index schloss am Donnerstag bei 25.371,75 Punkten und damit rund 1,1 % niedriger als am Vortag.
Der Rückgang drückte den DAX zudem unter den 50-Tage-Durchschnitt, der zuletzt bei etwa 25.650 Punkten verlief.
Dieser gleitende Durchschnitt stellt weiterhin einen wichtigen Widerstandsbereich dar und signalisiert, dass die mittelfristige Erholung bislang keinen überzeugenden Aufwärtstrend etablieren konnte.
Der 20-Tage-Durchschnitt im Bereich von 25.310 Punkten dient aktuell als unmittelbare Orientierungsmarke.
Ein nachhaltiger Bruch darunter würde die Verschlechterung des kurzfristigen Momentums bestätigen und das Risiko eines Rückgangs in Richtung der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke erhöhen.
Dennoch bleibt der Ausblick über die verschiedenen Zeithorizonte hinweg bislang nicht eindeutig bärisch.
Der DAX handelt weiterhin oberhalb seiner Oktobertiefs, und der übergeordnete langfristige Aufwärtstrend wurde bisher nicht negiert.
Eine nachhaltige Rückkehr über 25.600 Punkte wäre weiterhin erforderlich und würde ein erstes Signal liefern, dass der Verkaufsdruck nachlässt.
Vier-Stunden-Chart: Bärisches Momentum dominiert, Gegenbewegungen bleiben möglich

Das technische Bild im Vier-Stunden-Chart ist seit dem 8. Oktober überwiegend bärisch geprägt.
Aktuell handelt der DAX leicht unter seinen kurz-, mittel- und langfristigen gleitenden Durchschnitten.
Gleichzeitig wird der Markt weiterhin von einer aufwärts gerichteten Trendlinie gestützt, die sich in unmittelbarer Nähe des aktuellen Kursniveaus befindet.
Der MACD signalisiert zunehmendes negatives Momentum, ohne bisher einen eindeutig stark bärischen Zustand erreicht zu haben.
Diese Signale sprechen dafür, dass der Rückgang mehr ist als nur eine kurzfristige Intraday-Schwankung.
Gleichzeitig schließen sie eine technische Erholung nicht aus, insbesondere falls der Index die etablierte Unterstützungszone um 25.100 Punkte erreicht.
Die unmittelbare Pivot-Zone liegt bei etwa 25.450 Punkten.
Ein Anstieg über dieses Niveau würde das kurzfristige Chartbild verbessern.
Für eine überzeugendere Trendwende müssten die Käufer jedoch zusätzlich den 200-EMA bei 25.520 Punkten überwinden.
Auf der Unterseite konzentrieren sich wichtige Unterstützungen bei 25.150 Punkten sowie 25.050 Punkten.
Ein nachhaltiger Bruch dieser Bereiche würde die Wahrscheinlichkeit eines Tests der 25.000-Punkte-Marke sowie anschließend des Oktobertiefs bei 24.795 Punkten erhöhen.
Highlights: Die wichtigsten Treiber der heutigen Sitzung
1. Schwäche im Technologiesektor löst neue Verkäufe an den Aktienmärkten aus
Die jüngsten Marktbewegungen wurden erneut von einer technologiegetriebenen Korrektur an der Wall Street ausgelöst.
Der Nasdaq 100 verlor 2,90 %, während der S&P 500 um 1,21 % nachgab.
Der Dow Jones und der Russell 2000 zeigten sich dagegen weitgehend unverändert.
Dies deutet darauf hin, dass sich der Verkaufsdruck hauptsächlich auf große Technologie- und KI-Unternehmen konzentriert und nicht den gesamten Markt gleichermaßen betrifft.
Meta verlor 7,0 %, da Anleger auf steigende Investitionsausgaben, sinkende Margen und den fortlaufenden Finanzierungsbedarf der KI-Strategie reagierten.
Lam Research fiel trotz besser als erwarteter Geschäftszahlen um 11,8 %.
Tesla verlor 3,0 %, während SpaceX um 9,1 % nachgab.
Diese Reaktionen verdeutlichen die zunehmende Kluft zwischen Unternehmen, die starke Ergebnisse erzielen, und Unternehmen, die Investoren gleichzeitig davon überzeugen müssen, dass ihre künftigen Investitionen ausreichende Renditen erwirtschaften werden.
2. Spannungen im Nahen Osten halten die Ölpreise auf erhöhtem Niveau
Nach aktuellen Entwicklungen erklärte Präsident Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten Iran besiegt hätten und weitere Maßnahmen folgen könnten.
US-Regierungsvertreter räumten zudem die Möglichkeit einer länger anhaltenden Konfrontation ein.
Zusätzlichen Druck erzeugen erneute Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien sowie Berichte über mögliche zukünftige US-amerikanische und israelische Militäraktionen gegen Iran.
Die Ölpreise bleiben daher gut unterstützt.
Rohöl konnte an neun der vergangenen zwölf Handelstage zulegen.
3. Anleger suchen Sicherheit, während die Anleiherenditen fallen
Der US-Handel am Donnerstag war von einer verstärkten Nachfrage nach Staatsanleihen geprägt, während Anleger ihre Engagements in risikoreicheren Anlageklassen reduzierten.
Die Renditen sieben- und zehnjähriger US-Staatsanleihen fielen erneut unter die Marke von 5,0 % und notieren damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehreren Monaten.
Diese Umschichtung in Staatsanleihen verdeutlicht die zunehmenden Sorgen über den Ausblick für Technologieinvestitionen, die geopolitische Stabilität und das globale Wirtschaftswachstum.
4. Der US-Dollar bleibt robust, während europäische Währungen unter Druck stehen
Der US-Dollar legt gegenüber den wichtigsten Währungen weiter leicht zu.
Der Euro steht dagegen zusätzlich unter Druck.
Belastungsfaktoren sind die anstehende Überprüfung der französischen Bonitätsbewertung durch Moody's sowie neue Protestaktivitäten am Wochenende.
Sorgen über die französischen Staatsfinanzen und die politische Stabilität könnten weiteren Druck auf französische Staatsanleihen ausüben und die Renditeaufschläge gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter ausweiten.
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By Philip J Papageorgiou - Head of Investment Research
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