EUR/USD-Ausblick: Alles dreht sich um den Dollar
In dieser Woche hängt die Entwicklung des EUR/USD stärker vom US-Dollar ab als vom Euro selbst.
Aus der Eurozone kommen nur wenige relevante Daten, während am Donnerstag endlich der verzögerte US-Arbeitsmarktbericht für September veröffentlicht wird.
Dieser könnte entscheidend sein für die Zinssitzung im Dezember, bei der die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung nach der jüngsten hawkishen Re-Pricing-Phase nun ein Münzwurf ist.
Bis zur zweiten Wochenhälfte dürfte der Devisenmarkt daher volatil und richtungslos bleiben.
FOMC-Protokoll und US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
Wie erwähnt, richtet sich der Blick auf die Fed-Sitzung am 10. Dezember, doch bereits am Mittwoch werden die Protokolle der Sitzung vom 28.–29. Oktober veröffentlicht.
Das war jenes Treffen, bei dem Jerome Powell betonte, dass eine Zinssenkung im Dezember keineswegs garantiert sei und dass die Meinungen innerhalb des FOMC stark auseinandergehen.
Da seitdem wenig neue Daten vorliegen und die Fed-Kommunikation eher restriktiv war, sind keine großen Bewegungen im Dollar infolge der FOMC-Minutes zu erwarten – weder nach oben noch nach unten.
Am Donnerstag folgt dann der September-Arbeitsmarktbericht (NFP).
Erwartet wird ein moderater Beschäftigungsanstieg um +50.000 Stellen sowie eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,3 %.
Ein solches Ergebnis wäre neutral.
Stärkere Zahlen könnten den Dollar leicht stützen, da eine Zinssenkung im Dezember nur bei deutlich schwächeren Daten wahrscheinlich wäre.
Darüber hinaus ist der Kalender gespickt mit Fed-Rednern.
Ihre Kommentare könnten kurzfristig Einfluss nehmen, doch der Markt wird vor allem auf die Daten und die offizielle Fed-Kommunikation reagieren.
Euro: Wenig Bewegung bis zu den PMIs am Freitag
Der nächste relevante Datentermin für den Euro kommt am Freitag mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für November.
Diese haben sich zuletzt besser als erwartet gehalten, was darauf hindeutet, dass sich Unternehmen zunehmend an das unsichere globale Umfeld anpassen.
Zudem ist der Redekalender der EZB diese Woche gut gefüllt.
Besonderes Augenmerk liegt auf Chefvolkswirt Philip Lane, der später in Irland sprechen wird.
Da der Markt keine weiteren Zinssenkungen der EZB erwartet, müsste er außergewöhnlich dovishe Signale senden, um den Euro spürbar zu bewegen.
Technischer EUR/USD-Ausblick– Wichtige Kursniveaus

Aus technischer Sicht hat sich die EUR/USD-Prognose verbessert, nachdem das Paar in der vergangenen Woche aus einem bärischen Abwärtskanal ausgebrochen ist.
Dies war ein bullisches Signal, auch wenn der Kurs anschließend am Widerstand bei rund 1,1650 – einer früheren Unterstützungs-/Widerstandszone – ins Stocken geriet.
Angesichts der bullischen Kursstruktur der Vorwoche sollte die zweitägige Schwächephase nicht als bärisch interpretiert werden, sondern als gesunde Korrektur innerhalb eines potenziell neuen Aufwärtstrends.
Entscheidend ist nun, dass die Unterstützung im Bereich 1,1600 auf Tages-Schlusskursbasis hält.
Diese Zone fungierte zuvor als Widerstand und markiert den Ausgangspunkt des jüngsten Ausbruchs.
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Bullisches Szenario:
Wenn 1,1600 hält und der Kurs über 1,1650 steigt, könnte sich die Rally in Richtung 1,1750 und – abhängig von den US-Daten – noch höher fortsetzen. -
Bärisches Szenario:
Ein Tagesschluss unter 1,1600 würde die Bullen unter Druck setzen und eine Bewegung in Richtung der langfristigen Unterstützung bei 1,1500 begünstigen.
– Verfasst von Fawad Razaqzada, Marktanalyst
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