Das Volumen im Devisenhandel ist die Anzahl der Lots, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einem Währungspaar gehandelt werden. Anders gesagt bezeichnet es die Menge der gekauften und verkauften Währungen. Alleinstehend hat das Volumen nur sehr wenig Aussagekraft.
Was ist das Volumen im Devisenhandel?
Das Volumen im Devisenhandel ist die Anzahl der Lots, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einem Währungspaar gehandelt werden. Anders gesagt bezeichnet es die Menge der gekauften und verkauften Währungen. Alleinstehend hat das Volumen nur sehr wenig Aussagekraft. Im Zusammenhang mit der Preisentwicklung und dem Momentum kann es uns allerdings verraten, ob sich Trends fortsetzen werden oder eher nicht.
Das Volumen bezieht sich auch auf die Marktliquidität, also darauf, wie leicht Währungen gekauft oder verkauft werden können. Wenn der Markt ein hohes Händlervolumen aufweist, ist es wahrscheinlicher und einfacher Positionen, mit einem niedrigen Spread zu öffnen und zu schließen. Dabei haben die wichtigsten Devisenpaare das höchste Volumen und somit auch die größte Liquidität.
Ein Devisenpaar mit geringem Volumen bedeutet, dass die Liquidität geringer ist, da weniger Händler die Währung kaufen und verkaufen. Dies ist in der Regel bei Nebenpaaren und exotischen Devisenpaaren der Fall.
Erfahren Sie mehr über den Devisenhandel.
Tägliches Handelsvolumen am Devisenmarkt
Das tägliche Handelsvolumen am Devisenmarkt beläuft sich laut der Triennial Central Bank Survey von 2025 über die Devisen- und OTC-Derivatmärkte auf rund 9,6 Billionen $. Dabei werden der US-Dollar, der Euro und der Yen am meisten gehandelt.
Devisenpaare weisen das höchste tägliche Handelsvolumen und die höchste Liquidität auf, wenn sich relevante Börsensitzungen für das Paar überlappen, also beide Standorte zur selben Zeit geöffnet sind. Das Währungspaar GBP/USD weist beispielsweise das höchste Handelsvolumen auf, wenn sowohl die Londoner als auch die New Yorker Börse geöffnet sind.
Wenn wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, ist ebenfalls ein hohes Handelsvolumen bei Paaren zu beobachten. Dazu zählen beispielsweise die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls, NFP), das Bruttoinlandsprodukt und der Verbraucherpreisindex oder Nachrichtenereignisse. Das liegt daran, dass jeder Hinweis auf eine Veränderung der wirtschaftlichen Lage Händler dazu veranlasst, Positionen entweder zu eröffnen oder zu schließen. Dies führt zu einem Anstieg der Handelsaktivitäten.
So wird das Volumen im Devisenhandel berechnet
Die Berechnung des Volumens im Devisenhandel ist komplex, da keine einheitliche Datenquelle für die Transaktionen auf dem Währungsmarkt existiert. Wenn Sie also auf Preisdiagrammen Volumen sehen, handelt es sich üblicherweise nur um Transaktionen bei dem von Ihnen gewählten Broker und nicht um globale Handelsvolumen.
Auf anderen Märkten, zum Beispiel bei Aktien, ist das Volumen einfacher zu berechnen. Hier gibt es ein zentrales Orderbuch, in dem alle Transaktionen erfasst werden. Das hat allerdings zur Folge, dass das Volumen als Indikator verzögert ist, da es eine Weile dauert, alle Daten zu erfassen. An der Börse wird das Volumen beispielsweise alle fünf Minuten erfasst.
So nutzen Sie das Volumen im Devisenhandel
Mithilfe des Volumens des Devisenhandels erhalten Sie einen Einblick in die Aktivitäten anderer Händler – egal ob es sich um Einzelpersonen oder Institutionen handelt. Das Volumen liefert wichtige Hinweise darauf, bei welchen Währungspaaren sich Kauf- und Verkaufsorders ansammeln.
Stellen Sie es sich so vor: Ein Trend kann nur dann fortgesetzt werden, wenn neue Händler den Markt betreten und ihm Schwung verleihen. Das Volumen sagt nichts darüber aus, in welche Richtung sich der Markt bewegen wird. Es kann allerdings darauf hinweisen, ob der Trend stark oder schwach ist.
Ein hohes Volumen bedeutet nicht automatisch einen höheren Preis. Es bedeutet lediglich, dass mehr Personen auf dem Markt aktiv sind. Dies führt dazu, dass sich die Wechselkurse der Währungen aufgrund der höheren Anzahl an Transaktionen eher volatil verhalten.
Volumenhandelsstrategie für Devisen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Volumen für einen effektiveren Handel zu nutzen. Hier sind einige der wichtigsten Devisenhandelsstrategien:
- Trend Trading
- Reversal Trading
- Breakout Trading
Volumenstrategien beim Trend Trading
Das Volumen kann Händlern helfen, die gern mit der übergeordneten Bewegungsrichtung mitgehen. Zudem kann es vor der Eröffnung einer Position Informationen liefern, ob ein Trend begonnen hat. So lassen sich falsche Signale besser vermeiden.
Am liebsten wollen Händler ein steigendes Volumen sehen, um sich einem Trend anzuschließen, da dies ein Indiz für die Stärke der Marktbewegung ist. Bewegt sich der Kurs ohne Anstieg des Volumens nach oben (oder unten), könnte dies ein Zeichen für einen Mangel an Momentum sein und ein Reversal möglicherweise bevorstehen.
Volumenstrategien beim Reversal Trading
Manche Händler suchen aktiv nach potenziellen Reversals, um der Veränderung zuvorzukommen und so davon zu profitieren.
Wenn der Kurs nach einem längeren Aufwärts- oder Abwärtstrend zu schwanken beginnt, obwohl das Volumen hoch ist, könnte dies ein Indikator für ein bevorstehendes Reversal darstellen. Denn die Kursschwankungen zeigen, dass weder Bullen noch Bären den Markt unter Kontrolle haben.
Wenn Sie also ein Reversal-Muster oder Indikatorsignal erkennen, das Volumen allerdings gering ist, kann es aufgrund des fehlenden Momentums schnell wieder vorbei sein. Ein Reversal-Muster mit hohem Volumen deutet hingegen wahrscheinlich auf eine nachhaltige Bewegung hin.
Volumenstrategie beim Breakout Trading
Erreicht der Kurs eines Marktes eine Unterstützungs- oder Widerstandslinie, steht abhängig von der Stärke des Trends ein Reversal oder ein Breakout bevor. Händler können eine Position eingehen, sobald die Linie erreicht ist und damit von der kurzzeitigen Euphorie bei Überschreiten des Niveaus profitieren.
Wenn der anfängliche Breakout mit einem Anstieg des Volumens einhergeht, deutet dies auf die Stärke des neuen Trends hin. Eine geringe Veränderung oder ein Rückgang des Volumens zeigen jedoch, dass der Markt vom Breakout nicht überzeugt war. Demzufolge besteht eine höhere Chance auf ein Reversal.
Da sowohl das Reversal Trading als auch das Breakout Trading in Erwartung einer größeren Bewegung eine erhöhte Aktivität um bekannte Preisniveaus herum aufweisen, ist es wichtig, auch nicht volumenbasierte Indikatoren zu berücksichtigen.
Volumenindikatoren für den Devisenhandel
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie das Volumen als Indikator im Devisenhandel verwendet werden kann. Dazu gehören:
- Tick-Volumen
- Money Flow Index
- On-Balance-Volume
Tick-Volumen
Das Tick-Volumen zeigt die Marktaktivität und wie viele Händler derzeit an Transaktionen teilnehmen. Im Devisenhandel steht ein Tick für eine Transaktion, nicht für ihren konkreten Geldwert.
Auf Futures-Märkten kann sich ein Tick auf die kleinstmögliche Veränderung des Marktpreises beziehen, die rechts vom Komma angezeigt wird. Obwohl es demselben Zweck dient, ist im Devisenhandel stattdessen von einem Pip die Rede. Der Begriff Tick im Devisenhandel bezieht sich auf Tick-Charts. Es ist daher wichtig, die Begriffe nicht zu verwechseln.
Tick-Indikatoren messen die Anzahl der Transaktionen in einem bestimmten Zeitraum und stellen die Veränderungen als Balken dar, die unterhalb von Preis-Charts angezeigt werden. Ist das Volumen (die Anzahl der Ticks) größer als im vorherigen Zeitraum, erscheint der Balken grün, andernfalls rot.
Beachten Sie jedoch, dass keine Garantie besteht, dass das Tick-Volumen mit dem globalen Devisenvolumen übereinstimmt, da es keine zentrale Börse gibt. Was Sie sehen, ist eine Schätzung ihres Brokers. Aus diesem Grund bieten nicht alle Plattformen Indikatoren für das Tick-Volumen an.
Money Flow Index
Der Money Flow Index (MFI) verwendet historische Preisdaten und Volumen, um die Rate anzuzeigen, mit der Geld in eine Währung investiert und aus ihr abgezogen wird. Er hilft dabei, Angebot und Nachfrage zu messen, was auf dem dezentralen Devisenmarkt schwieriger zu beurteilen ist.
Der MFI hilft Händlern dabei, überkaufte und überverkaufte Marktbedingungen zu erkennen. Diese geben wiederum Aufschluss darüber, wann eine Richtungsänderung erfolgen könnte. Der Money Flow Index bewegt sich auf einer Skala zwischen 0 und 100. Ein Wert größer als 80 deutet auf überkaufte Bedingungen hin, ein Wert von unter 20 auf überverkaufte.
Um den Money Flow Index als Indikator im Devisenhandel zu nutzen, wird davon ausgegangen, dass ein Reversal bevorsteht, wenn entweder 80 oder 20 Punkte auf der Skala überschritten werden.
On-Balance-Volume
Das On-Balance-Volume (OBV) ist ein Indikator, der den Kauf- und Verkaufsdruck misst. Er addiert das Volumen des Tages zu einer kumulativen Gesamtsumme dazu, wenn der Kaufpreis des Währungspaares nach oben schließt. Wenn das Währungspaar nach unten schließt, wird das Volumen des Tages von der kumulativen Gesamtsumme abgezogen.
Das OBV wird separat unterhalb des Preis-Charts angezeigt und dient zur Bestätigung von Aufwärts- und Abwärtstrends bei bestimmten Währungspaaren. Es funktioniert wie folgt:
- Erreichen Kurs und On-Balance-Volume höhere Höchst- und Tiefststände, deutet dies darauf hin, dass der Trend wahrscheinlich weiter aufwärts geht.
- Erreichen Kurs und OBV immer niedrigere Tiefststände, deutet dies darauf hin, dass der Trend wahrscheinlich weiter abwärts geht.
- Bewegt sich der Kurs in einer bestimmten Preisspanne, während das OBV steigt, dann ist ein Breakout nach oben wahrscheinlich.
- Bewegt sich der Kurs in einer bestimmten Preisspanne, während das OBV fällt, so ist ein Breakout nach unten wahrscheinlich.
- Erreicht der Kurs höhere Höchststände, das OBV aber nicht, wird sich der Aufwärtstrend wahrscheinlich umkehren, was als negative Divergenz bezeichnet wird.
- Erreicht der Kurs niedrigere Tiefststände, das OBV aber nicht, wird sich der Abwärtstrend wahrscheinlich umkehren, was als positive Divergenz bezeichnet wird.
So handeln Sie das Volumen am Devisenmarkt
Um mit Volumenhandel am Devisenmarkt zu beginnen, sollten Sie sich zunächst mit den verfügbaren Tools vertraut machen. Es ist empfehlenswert zunächst einen Marktsimulator zu verwenden, damit Sie in einer risikofreien Umgebung üben können, bevor Sie sich an die realen Märkte wagen.
Auf FOREX.com können Sie ein Demokonto eröffnen und mit virtuellen Geldern handeln, bevor Sie Ihr eigenes Geld riskieren.
Wenn Sie sich den Volumen-Devisenhandel auf realen Märkten zutrauen, befolgen Sie diese Schritte, um direkt loszulegen:
- Eröffnen Sie ein FOREX.com-Konto, oder melden Sie sich an wenn Sie bereits Kunde sind.
- Handeln Sie auf unserer preisgekrönten Plattform mit über 80 Devisenpaaren.
- Wählen Sie Ihre Position und deren Größe sowie Ihre Stop- und Limit-Kurse aus.
- Platzieren Sie den Auftrag.